Wipptraining
Ganzheitliches Training für Körper, Geist & Muskulatur – schonend, effektiv und für alle Lebensphasen
Weshalb sollte das Wipptraining nur mit einem Fachmann begonnen werden?
Wie jedes Training bringt auch das Wipptraining ein paar Risiken mit sich. Zum einen sollte das Krankheitsbild, auch mit einem Tierarzt, abgesprochen sein. Denn auch wenn es wenig Kontraindikationen gibt, gibt es eben ein paar, die nicht auf die Wippe steigen sollten, sondern doch vorerst einen Aquatrainer aufsuchen sollten.
Überforderung & Stress
Oftmals erkennt man dies auf der Wippe nicht direkt – hierfür sollte euer Auge geschult werden.
Muskelüberanstrengung
Erkennen von Muskelzittern und Überanstrengung, um Stürzen von oder auf der Wippe zu vermeiden.
Geschultes Auge
Verschiedene physiologische Punkte – Hals, Genicköffnung und die vier Beine – müssen im Blick behalten werden.
Kontraindikationen – Wann nicht wippen?
- Wenn dein Tier akute Entzündungen, Verletzungen oder "Schübe" hat
- Ungeklärte Lahmheiten
- Es gibt ein paar wenige Krankheitsbilder, die nicht auf die Wippe dürfen – kontaktiere mich vorab!
- Dein Tier ist nicht "führig"
Wichtig: Hat ein Tier ein Krankheitsbild im Bewegungsablauf, kontaktiere mich bitte vorab!
Wie wird das Wipptraining gestartet?
Wichtigste Regel:
Mach dir und deinem Tier keinen Zeit- oder Leistungsdruck! Wir fangen nicht direkt mit der Wippe an, sondern starten mit einem sinnvollen Trainingsaufbau.
Die meisten Besitzer möchten am liebsten sofort mit ihrem Tier auf die Ganzkörperwippe steigen. Hierbei entsteht häufig großer Stress, weil beide Seiten völlig überfordert sind.
Die größte Herausforderung:
Das Stehen auf der kleinen Fläche in Kombination mit der Instabilität. Dies kann auch gut und gern mehrere Trainingseinheiten in Anspruch nehmen, um kein Verletzungsrisiko einzugehen. Hierfür muss genügend Zeit sein!
Mein Vorgehen: Von leicht zu schwer, von stabil zu instabil
Vertraut machen
Das Tier wird mit einer Instabilität vertraut gemacht
Standfläche verringern
Die Standfläche wird schrittweise verringert
Stabile Wippe
Das Tier darf auf eine stabile, nicht wippende Wippe treten
Stabilität verringern
Die Stabilität wird schrittweise verringert
Freies Wippen
Und erst wenn alles sicher und stressfrei klappt, darf das Tier wippen!
Trainingseinheiten:
- In Tageskursen kommt das freie Wippen erst am Ende der zweiten Einheit dran
- Ein Einzelwippentraining dauert etwa 30-45 Minuten
- Das Tier interagiert nicht die ganze Zeit mit der Wippe – es gibt Pausen für Theorie
- 5-10 Minuten reichen anfangs völlig aus
- Nach ca. 10 Minuten sollte auch dem geübten Tier eine Pause gegönnt werden
⚠️ Wichtig: Das Training auf der Wippe ist sehr anstrengend! Tiere mit ungeübter Muskulatur können leicht einen Muskelkater bekommen.
Mehr als nur "Spielerei"
Das Wipptraining bietet zahlreiche wissenschaftlich fundierte Vorteile für Körper, Geist und Gesundheit:
Vegetatives Nervensystem
Das Wippen kann helfen, die Wirbelsäule zu mobilisieren und mögliche Blockaden zu lösen. Im Bereich der Wirbelsäule befinden sich zahlreiche vegetative Nervenzellen. Das vegetative Nervensystem kontrolliert und steuert innerkörperliche Prozesse wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel.
Bei Wirbelblockaden können Nerven Impulse nicht mehr adäquat weiterleiten – langfristig können funktionelle Störungen der Organe entstehen.
Nervenzellen & Propriozeptoren
Durch den instabilen Untergrund werden die Propriozeptoren aktiviert und trainiert. Diese Nervenzellen informieren das Gehirn über Stellung und Bewegung des Körpers und der einzelnen Körperteile zueinander.
Muskulatur – Die Reaktion auf Wahrnehmungen
Beim Training mit der Ganzkörperwippe werden vor allem die Bauchmuskeln, die Muskeln des Rumpf-Trage-Apparats, die Hinterhand und die Tiefenmuskulatur entlang der Gelenke und der Wirbelsäule gestärkt.
- Tiefenmuskulatur: Für Stabilisierung zuständig, über herkömmliches Training nicht so leicht erreichbar
- Ganzheitlich: Gleichzeitig den gesamten Körper, ungenutzte Muskelpartien sowie sämtliche Agonisten und Antagonisten ansprechen
- Natürliche Schiefe: Tiere ziehen sich auf der Wippe wieder "gerade"
- Schaukelbewegung: Abwechselnd Anspannen und Entspannen – ideal für Muskelaufbau, wirkt permanentem Ankrampfen entgegen
- Durchblutung: Im ganzen Körper wird die Durchblutung angeregt
- Hufdurchblutung: Förderung sogar im Stand, nachgewiesen über Thermografiebilder (wichtig bei Hufrehe)
- Gewichtsreduzierung: Kann bei der Gewichtsabnahme mithelfen
Faszien
Der gesamte Körper hängt in einem "Fasziennetz". Blockiert solch ein Netz ein Organ aufgrund einer Verklebung, kann es zu Störungen kommen:
Faszien reagieren am besten auf weiche, federnde, schwingende Bewegungen – wie die Forschung der vergangenen Jahre gezeigt hat.
Psyche
Wippen fördert das Selbstbewusstsein und das körpereigene Vertrauen – aber nicht nur das Vertrauen in sich selbst, sondern auch in dich als Tierbesitzer.
"Teamwork makes Dreamwork" – gemeinsam könnt ihr alles schaffen!
Geeignet für alle Lebensphasen
Ältere Tiere
Sanftes Training für Senioren, die Muskulatur erhalten möchten
Boxenruhe / Leinenzwang
Perfekt für Tiere, die sich nicht viel bewegen dürfen
Jungtiere
Lernen das Ausbalancieren und schulen die Koordination
Reitpferde
Ausgleich zum Reiten und Training für Haltemuskulatur, Schubkraft und Tragkraft
Pferde mit Schäden
Reitkarriere beendet – Wipptraining als schonende Alternative
Beschwerden des Bewegungsapparats
Bandscheibenvorfälle, Hüftdysplasie, Arthrose – sanftes Wipptraining bietet sich geradezu an
Wichtig: Das Wippentraining ist kein Training, bei dem sich das Tier viel bewegen muss – im Gegenteil! Das Tier soll ruhig stehen und rein durch eine Gewichtsverlagerung von Vorder- auf Rückhand und umgekehrt die Muskulatur stimulieren.
Ergotherapie für Tiere
Passives Wippen
Beim passiven Wippen sollen Wippenbewegungen mit Kontrabalance ausgeglichen werden – das Tier muss also sein Gleichgewicht halten und wiederherstellen.
Diese Übung ist vor allem für Tiere gut geeignet, die viel stolpern oder aufgrund der eigenen Schiefe und der damit verbundenen schlechten Koordination Balanceprobleme haben und zum Beispiel immer wieder auf die Schulter kippen.
Das passive Wippen simuliert quasi das Fahren im Pferdeanhänger oder im Auto – Gleichgewicht halten und wiederherstellen.
Nicht nur Reha – sondern auch Sport & Prävention!
Bisher wurde das Wipptraining weniger im sportlichen Bereich genutzt, es kam mehr in der "Reha" zum Einsatz. Aber:
- Verletzungsprävention: Es reduziert sich das Risiko von Verletzungen bei regelmäßigem Wippentraining, weil der Körper gelernt hat, schneller auf Veränderungen zu reagieren
- Schadensbegrenzung & Prävention: Krankheitsbilder nicht nur mindern, sondern auch gar nicht erst entstehen lassen
- Ausgleich für Alltagsbedingungen: Die meisten Tiere stehen, liegen, sitzen zu viel herum – Gelenke werden nicht ausreichend geschmiert
- Trageschwäche behandeln: Mit Wippen kann man Probleme wie eine Trageschwäche (durchhängender Rücken) gut ausgleichen
In der Natur bewegen sich z.B. Pferde etwa 16 Stunden am Tag auf der Suche nach Futter mit dem Kopf nach unten im Schritttempo durch die Gegend.
Einige Vorteile zu anderem Training
Schnell & Effektiv
Alle Muskelgruppen in 10 Minuten trainieren
Perfektes Schlechtwetter-Training
Ausgleichstraining oder Rehatraining (nach Absprache!)
Ortsunabhängig
Ob Stallgasse, Wiese, Reitplatz oder Wohnzimmer – du musst nirgendwo hinfahren
Überschaubare Kosten
Eine Wippe kostet keine mehrere Tausende von Euros
Selbstständig nach Einweisung
Nach absehbarer Zeit wird kein Fachmann mehr benötigt
Leihen möglich
Du kannst die Wippe auch leihen und für dich ausprobieren (nach Einweisung)
Überschaubare Kontraindikationen
Wenige Ausschlusskriterien im Vergleich zu anderen Trainingsformen
Kein schweres Gerät
Leicht transportierbar und überall einsetzbar
Von Trail- und Agilitywippen bis zur Kufenwippe
❌ Trail- & Agilitywippen
- Drüberreiten oder Drüberlaufen
- Schlägt am Ende auf dem Boden auf
- Wippbewegung stoppt abrupt
- Problem: Kräfte gelangen sehr abrupt in die Gelenke und bis in die Wirbelsäule
- Muskulärer Effekt nicht vergleichbar
✅ Kufenwippe
- Gleichmäßige Bewegungsausschläge
- Schlägt nicht auf dem Boden auf
- Fließende, immer weiterführende Wippbewegung
- Vorteil: Keine Stauchungskräfte, die negativ auf die Gelenke einwirken
- Kufen sind speziell für gelenkschonenden Ausschlag gefertigt
- Tiere sollen nicht "überwinden", sondern stehen bleiben und langsame Wippbewegungen durchführen
Fazit: Die Kufenwippe ermöglicht einen gleichmäßigen, fließenden Bewegungsablauf und ist besonders muskelfördernd und gelenkschonend.

